NSA – Nationales Sicherheits-Amt (Andreas Eschbach)

Genre: Alternate History
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17900-8
Seiten: 796
Lesezeitraum: 07.07.2020 – 30.07.2020
Lesedauer: 12h 28m 11s

Kurzbeschreibung des Bastei Lübbe Verlags

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen-Sicherheits-Amt, und entwickelt dort Komputer-Programme, mit deren Hilfe alle Bürger überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, widersetzt Helene sich. Dabei muss sie nicht nur gegen das Regime kämpfen, sondern auch gegen ihren Vorgesetzten Lettke, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …

Meine Meinung zum Buch

Das Buch hat mich direkt angesprochen, das Setting, die Technik – zudem kannte ich bereits ein Buch von Andreas Eschbach, welches mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen hat. Kurz: ich musste es haben (und lesen).

Am Anfang fand ich es etwas steif geschrieben und war fast schon enttäuscht, weil ich so gar nicht in die Geschichte reinkommen wollte aber dann hat es mich ganz plötzlich gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Eschbach verwendet für sein fiktives drittes Reich eine eigene technische Sprache. So nutzt man Parolen statt Passwörter, die programmierende Zunft besteht ausschließlich aus Frauen, welche als Programmstrickerinnen bezeichnet werden, das was wir heute als soziale Medien kennen sind in Eschbachs Nazi-Deutschland Gemeinschaftsmedien und wenn jemand etwas unbedachtes postet, dann wird er, anstatt einen Shitstorm zu erhalten, das Klo runtergespült. Daten werden statt in der Cloud in Silo-Diensten gespeichert, anstelle von Formularen füllt man Datenmasken aus. Neues erfährt man in seinem Nachrichtenfluss über das Weltnetz und sowieso hat bereits jeder ein mobiles Telephon.

Es ist ein spannendes Gedankenspiel, sich vorzustellen, es hätte all das damals wirklich schon gegeben. Welche Möglichkeiten dies den Nazis eröffnet hätte. Bargeld abgeschafft, alle Infos zu jedem Bürger in zentralen Datenspeichern jederzeit verfügbar. Bewegungsdaten, Bankdaten, Einkaufslisten, Tagebücher und Forenbeiträge. Der gläserne Bürger in einem schrecklichen Regime. Das Buch erzählt eine altbekannte Geschichte völlig neu und ist dabei so aktuell wie nie.

Die Protagonistin wirkt stellenweise sehr naiv, ihre Schulfreundin kommt da um einiges pfiffiger daher. Weil für die strenggläubige Katholikin niemand außer Gott Heil über die Menschheit bringen kann, mogelt sie sich mit „Drei Liter“ durch den morgendlichen Apell.

Ich fand das Buch bis zum Schluss spannend und es kamen immer neue Wendungen hinzu, so das ich irgendwann keine Idee mehr hatte, worauf die ganze Geschichte hinauslaufen und enden wird. Der Schluss war dann stilistisch auch super, persönlich hätte ich mir jedoch einen anderen Ausgang gewünscht.

Unbedingte Leseempfehlung, ich bin mega begeistert von dem Buch.

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